MATANGI/MAYA/M.I.A.

KINOSTART: 22. November 2018

In Sri Lanka als Kind des Begründers der tamilischen Unabhängigkeitsbewegung geboren, flieht Mathangi „Maya“ Arulpragasam alias M.I.A als Neunjährige mit ihrer Mutter nach London. Sie beginnt Musik zu machen und entwickelt, inspiriert von Street Art, Hip-Hop und verschiedenen Migrationskulturen, eine Culture-Clash-Ästhetik, die zu weltweitem Erfolg führt. Doch ihre Parteinahme für die tamilischen Rebellen und ihr Selbstverständnis als „Bad Girl“ stoßen auf harsche Kritik. Anhand von Archivmaterial aus den letzten 22 Jahren, das meiste von M.I.A. selbst gedreht, zeigt Steve Loveridge, wie sie Popmusik als politisches Sprachrohr nutzt und dabei nicht davor zurückschreckt, als Außenseiterin dazustehen.

Die Künstlerin M.I.A.: MATANGI/MAYA/M.I.A. ist kein normaler Dokumentarfilm. Weil M.I.A. kein normaler Popstar ist. M.I.A.s Auftritte sind immer mehr als bloß ein Konzert. In der Luft schweben Provokation, ein Spiel mit Kulturen, Mode- und Musikstilen, eine politische Botschaft und ein extrem treibender Beat. Ihre Performance ist bunt, glitzernd und laut, ihre Themen sind mal gut gelaunt, mal rotzig und mal ernst. Ihr ganz eigener Musikstil lässt sich als Mischung aus Hip-Hop, Dancehall, Grime und Electro beschreiben. Und Pop, Funk und Asian Folk. Und, und, und.

Bekannt wurde sie einem breiteren Publikum vor allem durch ihren Oscar-nominierten Song „O... Saya“, den sie gemeinsam mit dem indischen Starmusiker A. R. Rahman zum Soundtrack von SLUMDOG MILLIONAIRE beisteuerte. Zuvor galt sie schon einige Jahre als Insider-Tipp. Ihre ersten Alben „Arular“ und „Kala“ (benannt nach ihren Eltern) gehören seit mehr als 10 Jahren zum festen Inventar internationaler Clubkultur.

Immer wieder eckt M.I.A. in der Öffentlichkeit an: Mal ist es ein gewaltverherrlichendes Video, das MTV nicht spielen will, oder ein Mittelfinger beim Super Bowl.

M.I.A.s Waffe ist es, als Auswanderer-Kind, das einst Grenzen überschritt, nun Grenzen aller Länder, mitunter politische, auszuloten und den schmalen Grat zwischen Meinung und Provokation mit geballter Energie und knallenden Beats im Gepäck zu beschreiten.

Die Weltpremiere beim diesjährigen Sundance Filmfestival wurde nicht nur von Fans ungeduldig erwartet. Das rohe und kunstvolle Juwel begeisterte Kritiker wie Publikum gleichermaßen. Seither war MATANGI/MAYA/M.I.A. auf zahlreichen internationalen Festivals, so auch im Panorama der Berlinale zu sehen und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Die Dokumentation ist ein filmisches Kaleidoskop aus dem bewegten Leben von M.I.A.

Vom Flüchtlingskind hin zur vibrierenden Culture-Clash-Musikerin und vermeintlich tamilischen Rebellin – die Bilder sind so schrill wie intim und emotional.

Dass M.I.A. eine Ausnahmekünstlerin ist, ist zweifelsfrei. Der Film nähert sich aber einer viel weittragenderen Frage: Was passiert, wenn man sich als solche außerhalb eines vorgegebenen Rahmens bewegt, Grenzen bewusst auslotet und sich nicht den Mund verbieten lässt? Wie weit kann man gerade als dunkelhäutige Frau in der Öffentlichkeit heutzutage gehen?

Die Mischung aus Musikfilm, Migrations-Dokument und gesellschaftskritischer Momentaufnahme macht MATANGI/MAYA/M.I.A. zu einem herausragenden Filmerlebnis.

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