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Marlon Baker

Interview mit Richard Allenberry

Kannibalen unter uns

American Diner

Richard: Es ist jetzt fast auf den Tag genau 15 Jahre her, dass du mich für eine Geschichte begeistern wolltest, und anfangs war ich ja noch skeptisch, in wie weit diese Geschichte ein Erfolg werden könnte. Doch ich habe „Homestay“ dann als DNL-E-Book herausgebracht, und was dann geschah, können wir beide uns wohl kaum erklären. Was war deine damalige Inspiration, diese Geschichte zu schreiben?

Marlon: Ein Homestay, der nicht ohne Folgen blieb! Als ich Anfang Februar 1998 als Gast bei einer Familie aufgenommen wurde, die 3 Zimmer ihres Hauses an Studenten vermieteten, schien anfangs noch alles toll zu sein. Die beiden Mitbewohnerinnen waren sehr nett zu mir, und die Familie Green schien sich für mich und meine Schriftstellerei zu interessieren, da sie selbst einen Buchladen hatten. Doch als ich dann entdecken musste, dass die Greens keineswegs Veganer waren, wie sie vorgaben, kam dann eins zum anderen … ohne hier jetzt allzu viel verraten zu wollen.

Richard:
Dann stimmt es also, dass diese Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht?

Marlon Baker

Marlon: Zum größten Teil schon. Allerdings habe ich mir auch die künstlerische Freiheit erlaubt, einige weitere Charaktere und Schauplätze hinzuzufügen, um die Geschichte noch glaubwürdiger zu machen. Denn ich war selbst entsetzt, als ich feststellen musste, dass es mehr Kannibalen gibt, als wir uns vorstellen können. Und ich bin in Auckland ausgerechnet ins Wespennest gestoßen, wie man so schön sagt.

Richard: Jetzt können deine Leser in Deutschland, Österreich und der Schweiz endlich den zweiten Band aus der Kannibalen unter uns Trilogie lesen. Warum startest du die Trilogie dort ausgerechnet mit „American Diner“ und nicht „Homestay“?

Marlon: „Homestay“ würde zu sehr verraten, in wie weit ich in diese Geschichte involviert bin, und da habe ich mich dazu entschlossen, zuerst mit William Bacons Geschichte zu beginnen; einer der Schlüsselfiguren aus der Trilogie. Und auch bei meinen Lesern der englischsprachigen Version ist „American Diner“ schon immer der beliebteste Band gewesen.

MAHLZEIT!

Richard: Nun waren und sind die Bücher der Kannibalen unter uns Trilogie sehr erfolgreich in der englischsprachigen Welt. Warum hast du solange gezögert, diese Bücher zu übersetzen und sie auch im deutschsprachigen Raum zu publizieren?

Marlon: Alle Gründe aufzuzählen, würde ein ganzes Buch füllen. Doch ich halte das 15-jährige Jubiläum des ersten Bandes für perfekt, jetzt die Trilogie auch in weitere Sprachen zu veröffentlichen, nicht nur in Deutsch.

Richard: Spricht du damit deinen riesen Erfolg in den asiatischen Ländern an?

Marlon:
Vor allem in Japan, Korea und auf den Philippinen werden meine Bücher hoch geschätzt, daher wird auch meine Trilogie nun in diese Sprachen übersetzt.

Richard: Welche Rolle nimmt dein Buch „Mahlzeit – Glovers Pizza Emporium“ für dich ein? Viele behaupten ja, es sei der inoffizielle 4. Band der Kannibalen unter uns Trilogie.

Marlon: Als ich „Mahlzeit!“ schrieb, wollte ich bewusst noch einmal das Thema Kannibalismus aufgreifen, ohne aber allzu sehr auf die Charaktere der anderen Bücher zuzugreifen. Denn ich bin dafür bekannt, dass ich meinen Lesern nur allzu gern einen Spiegel vorhalte, oder sie mit Dingen konfrontiere, die nicht gerade leicht zu verdauen sind.

Mysteria Lane

Richard: Jetzt soll „Mahlzeit!“ sogar von einem neuseeländischen Regisseur verfilmt werden. Wünscht du dir das auch für deine Trilogie?

Marlon: Wünschenswert wäre es allemal, da viele sich nicht mehr an solch dicke Schinken wagen, wie ich sie schreibe. Und „American Diner“ in einem Film erzählt, könnte ich mir durchaus vorstellen. Mir ist aber auch schon angeboten worden, den Film selbst zu realisieren als Regisseur. Mal sehen, was daraus wird.

Richard: Du bist schon öfters als „der Stephen King Neuseelands“ bezeichnet worden, weil du zum einen ähnlich stark produktiv bist, und die meisten deiner Bücher Schauergeschichten sind. Glaubst du, dass du diesem Ruf gerecht wirst?

Marlon: Dieses Etikett haftet mir seit einiger Zeit an, und ich versuche mein Bestes, diesem Ruf gerecht zu werden. Es schmeichelt mir, insbesondere mit meinem literarischen Vorbild verglichen zu werden; auch wenn sich unsere Schreibweise und –Stil doch kaum ähneln. Doch in seine Fußstapfen zu treten wird für keinen Autor einfach sein; und ich will ihn auch nicht von seinem Thron stürzen, der „Meister des Horrors“ zu sein. Soll Stephen King mal schon dort oben sitzen bleiben und die dünne Luft genießen, solange er noch kann.

Richard: Stephen King ist einer deiner Vorbilder. Welcher Autor hat dich noch geprägt? Welche Autoren liest du am liebsten oder würdest sie deinen Lesern empfehlen?

Marlon: Dan Brown hat mich mit seinen Büchern stark beeindruckt, aber auch J.K. Rowling, die einen brillentragenden Jungen zum Helden der ganzen Welt gemacht hat. Meinen Lesern kann ich die Harry Potter Reihe empfehlen, wenn sie nachlesen wollen, wie großartig J.K.R fabuliert und einen Zauber in uns wachrüttelt, den nur wenige Bücher besitzen.

Richard: Was wünscht du dir für deine Bücher am meisten?

Marlon: Dass sie in keinem Regal verstauben, sondern gelesen werden!

Weitere Infos zum Autor: www.MarlonBaker.com

Dieses Interview wurde übersetzt von B.D. Garms. Das Copyright für dieses Interview liegt bei the boox publishers New Zealand, und darf zu Rezensionszwecken von „American Diner“ komplett oder auch auszugsweise verwendet werden. © 2013 the boox publishers New Zealand